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IBM-Zentrum in Kelowna
Kelowna ist bislang hauptsächlich bekannt für seine Weinberge, seine Bio-Produkte, einem 100 Kilometer langen glasklaren See sowie seine 50 Golfplätze in der näheren Umgebung. Doch bald wird Kelowna auch dafür bekannt sein, dass dort eines der größten Rechenzentren der Welt beheimatet ist. IBM errichtet dort gegenwärtig für 100 Millionen Dollar ein so genanntes Giga-Zentrum. Auf einer Grundfläche von 8000 Quadratmeter sollen dort 35 Petabyte an Storage plus entsprechende Server-Kapazitäten untergebracht werden.

Einer der Gründe für die Standort-Wahl von Kelowna war die billige Energie, die aus dem Columbia River gewonnen wird. Das IBM-Rechenzentrum wird einen Leistungsbedarf von rund sieben Kilowatt pro Quadratmeter haben und gehört damit zu den Energie-dichtesten Datacenter der Welt. Der kanadisch-amerikanische Columbia River entwickelt sich zur wichtigsten Energie-Schlagader der modernen IT-Welt. Schon jetzt liefert er den Strom für ein Google-Rechenzentrum in Dalles, Oregon und zwei Microsoft-Rechenzentren in Quincy und Spokane im US-Staat Washington.

Ein weiterer Grund für den Standort in Kanada war die seismische Stabilität dieser Gegend, die zu den besten der Welt gehört. Nach jüngsten geologischen Untersuchungen ist diese Region mindestens 250 Kilometer von einer messbaren geologisch aktiven Zone entfernt. Auch die Meteorologen bescheinigen dem dortigen Hochtal ein stabiles Umfeld. „Die Gegend ist absolut sicher vor Überschwemmungen, Tornados oder anderen extremen Klimaeinflüssen“, heißt es in einem Bericht des dortigen Büros für Wirtschaftsförderung.

Entsprechend hoch gesteckt sind die Pläne. „Wir erwarten noch weitere Ansiedlungen von US-Rechenzentren. Bei unserem Preis-Leistungsverhältnis und bei der äußeren Betriebssicherheit sind wir hier unschlagbar“, sagt Brian Fry, Chef des kanadischen Outsourcing-Providers Rackforce, der das IBM-Zentrum betreiben wird.

Die Attraktivität der Gegend von Kelowna als Standort für Rechenzentren hat schon zu einer Gründungswelle an Hightech-Firmen geführt. Nach Angaben des Handelsregisters waren im vorigen Jahr ein Fünftel aller Neugründungen Hightech-Unternehmen. Insgesamt gehört dieses Tal inzwischen zur am schnellsten wachsenden Region in Kanada. Das spiegelt sich auch bereits in den Immobilienpreisen wider, so verdoppelten sich die Preise für Einfamilienhäuser in den letzten zwei Jahren.